Young Urban Performances Festival, Kunsthalle Osnabrück, 2019








Mavi Garcia beschäftigt sich in Achillesferse mit inneren Bruchstellen und gesellschaftlichen Spannungen – mit dem, was verletzt ist und dennoch überdeckt wird. Statt Heilung entsteht oft nur ein kaschierendes Weiterfunktionieren.
Nackt und exponiert steht sie auf einer weißen Plattform, umgeben von Eimern voller Pflaster. Das Publikum ist eingeladen, ihren Körper Stück für Stück zu bedecken. Ohne Worte entsteht eine kollektive Handlung, die zwischen Fürsorge und Übergriff oszilliert.
Die Pflaster werden zum Symbol einer oberflächlichen Reparatur: Wunden werden verdeckt, nicht behandelt. Schicht um Schicht verschwindet der Körper unter einer hautfarbenen Hülle, bis die Last nicht mehr tragbar ist und Garcia zusammenbricht.
Die Performance zeigt einen langsamen Prozess der Überforderung. Sie fragt, wie lange sich Verletzlichkeit überdecken lässt – und macht deutlich, dass echte Heilung nicht im Verbergen liegt. Achillesferse richtet den Blick auf das, was unter der Oberfläche liegt und auf die fragile Balance zwischen Widerstandskraft und Verletzlichkeit.